Veranstaltungen Verbundprojekt Meer davon Wila Bonn Wissenschaftsjahr 16*17

Rückblick 31.5.: T.rex der Meere – Science Espresso in Bonn

Science Espresso

T. rex der Meere – Fischsaurier beleuchtet Ökosystem-Aufbau nach Massenaussterben

Prof. Dr. Martin Sander, Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie, Universität Bonn

Um die Funktionen der Evolution zu verstehen, brauchen wir die Fossilien. Das Erdmittelalter ist eine Schlüsselperiode für unser Verständnis der Organisation und Evolution von Ökosystemen.

In dieser Zeit haben sich die modernen Ökosystemstrukturen nach dem größten Massenaussterbeereignis der Erdgeschichte etabliert.

Prof. Sander forscht über eine Lebenswelt, die vor vielen Millionen Jahren ausgestorben ist. Denn Vieles, was heute in der modernen Welt geschieht, ist bereits im Erdmittelalter (vor 250 bis 230 Millionen Jahren) passiert.

Sander erzählt von seiner Ausgrabungsarbeit in der Wüste von Zentral-Nevada, eine der abgelegensten Gegenden in den USA. Hier untersucht er mit seinem Team bisher unerforschte fossilführende Schichten; denn wahrscheinlich gibt es noch mehr mariner Tiefwasserreptilien funde des pazifischen Raums.

In dieser Gegend hat Sander auch „Icky“ gefunden, den ersten Riesenichthyosaurier der Erdgeschichte mit einer Schädellänge von zwei Metern. Das Fossil wird zur Zeit öffentlich in dem Natural History Museum von Los Angeles untersucht.

Da der große Schädel nicht so einfach transportiert werden konnte, bat Sander einen befreundeten Bierbrauer und Paläontologen, den Schädel mit seinem Biertruck nach Los Angeles zu bringen. Damit war auch die Verbindung zwischen der Icky-Bierflasche und dem Wirbelknochen auf Sanders Rednerpult klar.

Das Publikum interessierte der Ablauf von Sanders Expedition in der Wüste Nevadas und wie er solche Fossilien findet. Gefragt wurde auch nach der globalen Perspektive und den sozioökonomischen Umstände. Ein Ineressierter wollte wissen, wie und wo man in anderen Ländern nach Fossilien graben und forschen kann.

Hier gibt es große Unterschiede, denn während zum Beispiel in Deutschland Fossilien unter Denkmalschutz stehen, unterscheidet man in den USA zwischen Staatsland, auf dem die Fossilien geschützt und für die deutschen Forscher unzugänglich sind und Privatland, auf dem die Besitzer bestimmen können, was mit den Fossilien geschieht.