Veranstaltungen Verbundprojekt Meer davon Wila Bonn Wissenschaftsjahr 16*17

Rückblick 15.6.: Aquapower-Expedition in Bonn

Beim 4. Bonner Science Espresso berichtet Dr. Frauke Bagusche (Mi.) über die Aquapower-Expedition

Lebensraum Meer und seine Bedrohung durch Plastikmüll

Dr. Frauke Bagusche, Meeresbiologin, The Blue Mind

Rund 60 Interessierte, zwischen sieben und  70 Jahre alt, kamen zum vierten und letzten Science Espresso. Sie nahm die Meeresbiologin Dr. Frauke Bagusche mit auf ihre Aquapower-Expedition. Im Fokus der Unternehmung standen globale Erwärmung und die Zerstörung marinen Lebensraumes durch Plastikmüll.

Bei dieser Reise legte die Wissenschaftlerin  gemeinsam mit professionellen Wassersportlern gut 9.000 km über den Atlantik zurück – und überquerte auf dem Weg von der Karibik nach Marseille mehrere gewaltige Plastikmüllteppiche.

Ein Müllteppich im Ozean, so Bagusche,  bestehe nicht nur aus großteiligen, an der Oberfläche schwimmenden Plastikmüllteilen, sondern auch aus einer recht dichten Schicht kleiner Plastikpartikeln knapp unter der Wasseroberfläche. Die stammen zum Beispiel aus Kosmetikprodukten, entstehen aber auch beim Waschen von Kunststofftextilien oder durch den Abrieb von Autoreifen. Dieser Abrieb von Autoreifen wird derzeit als größte Quelle von Mikroplastik bewertet.

Eine weitere Quelle sind größere im Meer schwimmende Plastikteile, die brüchig werden und nach und nach in kleine Einzelteile zerfallen. Häufig werden sie von Meerestieren mit Plankton verwechselt und wurden schon in Muscheln und Fischen nachgewiesen.

Das Publikum war sehr interessiert und wollte u.a wissen, ob man Plastik abbauende Bakterien im Meer aussetzen könne. Politik und Unternehmen wurden aufgefordert, die Plastikproduktion und -konsum zu reglementieren und zu verringern.

Die Zuschauer*innen interessierten sich auch für nachhaltige Textilfasern als Alternative zu Funktionskleidung.  Ein junger Zuschauer fragte besorgt, ob sich Mikroplastik auch in seinem Lieblingsfleisch (vom Schaf) oder in Pflanzen wiederfinden lasse – und ob der Verzehr gesundheitsschädlich sei.

Allen Anwesenden ist deutlich geworden, dass sich auf vielen Ebenen etwas ändern muss – in der Politik, in der Industrie und beim eigenen Konsumverhalten. Nur so lässt sich die Plastikflut (auch) im Meer einschränken.

Weiterführende Informationen

Science Espresso

Wissenschaftsladen Bonn